Der Anfang des immersiven Journalismus – abcxyz

>So veröffentlicht am 8.10.2015 auf abcxyz<

Die ersten Medienanstalten fangen langsam an, eine neue Sparte des Journalismus zu etablieren. So besteht seit Juni 2015 eine Kooperation zwischen N24 und “Die Welt”, die Reporter mit einer 360°-Kameras auf die Straße schicken, um z.B. Demonstrationen und andere Großveranstaltungen zu filmen.

Viel früher haben ABCNews mit einer Dokumentation “Inside Syria” auf sich aufmerksam gemacht, in der sie dem Zuschauer das Leben in Damaskus zu Kriegszeiten vermitteln.

Und nicht zuletzt gibt es mit VRSE eine Plattform auf der Medienunternehmen wie NBC, die New York Times, die UN, und Vice zusammenarbeiten und Dokumentationen und “no comment”-Filmchen produzieren, die von einer Ebolaüberlebenden in Liberia, Anti-Rassismus-Demonstrationen in New York oder einer 12-Jährigen Syrerin im Flüchtlingslager Zaatari berichten.

Der Zuschauer kann mittels VR-Technologie mitten in die verschiedenen Welten eintauchen. Beeindruckend dabei ist das bloße Sein; an an einem anderen Ort; in einer anderen Kultur; eingesperrt in einer Menschenmasse, die von Polizisten attackiert wird.

Was wir hier erleben, kann eine neue Qualität in die Objektivität des Journalismus bringen. Nicht mehr der Reporter – oder Regisseur – entscheidet, welchen Ausschnitt des Panoramas der Zuschauer zu einem bestimmten Text zu sehen bekommt, sondern der Zuschauer selbst. Nichts bleibt im Verborgenen, auch wenn der Betrachter, anders als N24 uns einreden will, natürlich nicht die Perspektive wechseln kann, sondern nur die Richtung in die er blicken mag. Der Kameramann kann das Objektiv auch nicht mehr gerade in einem entscheidenden Moment in die falsche Richtung halten.

Aber was machen wir da eigentliche? Genau wie dem Gonzo-Journalismus vorgeworfen wird nichts weiter als Tourismus im Leben anderer zu betreiben, besteht auch bei dieser neuen Form der Realitätsvermittlung die Gefahr, dass der Zuschauer die Chance nutzt ohne selbst aktiv zu werden, mal “fast real” im Leben anderer Menschen herumzuspazieren. Flüchtlingslager, check; Großdemo am anderen Ende der Welt, hab ich gesehen, war ich dabei. Na gut. Nur virtuell, aber immerhin!

Die Frage ist also, was schafft das virtuelle Eintauchen in den Bericht als Mehrwert gegenüber der reinen Information? Die reale Perspektive bekommt man auf diese Weise genauso wenig, wie durch ganz normale redaktionell ausgewählte 2D-Ausschnitte der Welt. Der Zuschauer spürt weder das Auftreffen der Gummiknüppel, noch nimmt er den Geruch von Krankheit und Tod wahr, spürt in den seltensten Fällen den instiktiven Reflex zur Flucht, zur Verteidigung. Aber der Zuschauer ist näher am Geschehen; gefangener; die eigene Realität verschwimmt mit der Virtuellen und öffnet einen Zugang zur Emotion, zum Erleben. Eine Öffnung für Manipulation!?

Der Medienwechsel wird kommen. Vielleicht wird die erste Hürde eine Schwierige sein, in der der Konsument sich an das Neue gewöhnt, aber die Immersion wird Einzug in viele Bereiche unseres Lebens halten. Nicht zuletzt eben auch in den des Journalismus. Bleibt abzuwarten wie wir die Technik nutzen: Die Geschichten anders, emotional und zugleich so  objektiv wie möglich erzählen, oder bekommt die Propaganda einfach nur ein neues Instrument. O brave new world.

 

Ausflug in den “Virtual Reality Journalism”

Ein schöner Artikel zu den neuen Möglichkeiten im Journalismus auf abcxyz. Eine virtuell immersive Reise nach Syrien!

  • Welcher Eindruck entsteht durch immersive Medien wie 360Grad Videos?
  • Welche Möglichkeiten ergeben sich daraus für den Datenjournalismus?

http://abcxyz.de/2015/09/28/wie-real-ist-die-virtualitat/

syria

Blindtextgenerator nach Themen

Neue Anwendung einer unserer alten Visualisierungen

Sehr schön, wenn unsere Ideen aufgegriffen werden!

In der Würzburger Mainpost hat der Redakteur Ernst Jerg sich mal genauer mit den Posten beschäftigt, die die Würzburger Stadtratsmitglieder – neben ihrem vom Bürger verliehenen Amt – sonst noch so bekleiden.

In dem Artikel wird eine  interaktive Graphik von Ralf Thees (Datenjornalist) verlinkt, die die Postenverteilung und die Saläre der einzelnen Würzburger Stadträte visualisiert. Diese Visualisierung geschieht fast analog zu unserer Darstellung der Aufsichtsrats- und Beiratsposten, die unsere Bundestagsabgeordneten 2013 innehatten.

Bundestagsabgeordnete in Aufsichtsräten - Gnutiez 2013 (links) u. Stadträte in Aufsichtsräten - Mainpost 2014 (rechts)

Bundestagsabgeordnete in Aufsichtsräten – Gnutiez 2013 (links) u. Stadträte in Aufsichtsräten – Mainpost 2014 (rechts)

Gnut.

EDIT 23.09.2015: Danke auch für die Erwähnung auf visualcomplexity.com

Clusterlisten – Neues Feature im Themenuniversum

Im Netz indizieren die unterschiedlichen Farben unterschiedliche Themengebiete bzw. Terme aus denselben.

Clusternetzansicht

Clusternetzansicht

 

Das kann – gerade abends – schon mal ein bisschen unübersichtlich werden. Um das Ganze für den Listenfanatiker nochmal ein bisschen freundlicher aufzubereiten, haben wir dem Themenuniversum nun eine Listenansicht der identifizierten Cluster (Menüpunkt oben links) inkl. Verlinkung der Terme als Sprungmarke direkt ins Universum spendiert.

Clusterlistenansicht

Clusterlistenansicht

 

Gnut.

Blindtextgenerator nach aktuellen Themen und Sprache

Erste Version eines Blindtextgenerators dessen Texte je nach Trainingsdaten den Schreibstil, die Wortwahl und die Sprache ändert. Es folgen Beispiele ..

EDIT: Aufgrund der berechtigten Hinweise, heben wir die Zeichensetzung verbessert und einen Absatz eingebaut.

Ein Klick auf “Nochmal!” generiert drei neue Texte zum entsprechenden Thema.

Strahlungsdosen visualisiert

xkcd.com stellt eine Übersichtsgraphik zur Verfügung, auf die wir hier mal wieder ein bisschen prominenter aufmerksam machen wollen. Der Urheber der Graphik weist darauf hin, dass er kein Physiker ist und die Informationen nur aus den hier verlinkten Quellen zusammengetragen hat.

Das Ganze ist also mehr informativ, um sich in der immer noch stattfindenden Berichterstattung zum Unglück in Japan (Z.B. http://www.spiegel.de/thema/fukushima/) besser zurechtfinden zu können.

Die Graphik wurde vom Urheber zur freien Verwendung freiggeben!

radiation dose chart

radiation dose chart

Gnut.

Dantes Göttliche Komödie: Eine semidiotische Analyse

Es ist die mystische Verklärtheit, die Dantes Werk – und im Besonderen der Divina Commedia – ihre seit Jahrhunderten anhaltende Faszination verleiht. Die “Göttlich Komödie” wurde erst kürzlich wieder ins Licht der Öffentlichkeit (nicht nur bei Verschwörungstheoretikern) gezerrt, nachdem der berühmt fiktive Kunsthistoriker Robert Langdon im neuen Roman von Dan Brown auf den infernalen Spuren Dantes durch Florenz und Venedig springt. Langdon ist Spezialist für Symbole. Auch wenn die Symbologie zwar ebenso wenig mit Semiotik zu tun hat, wie die Disziplin der Semidiotik, kann die Definition doch Licht ins Dunkle bringen.

Die erkenntnistheoretische Wissenschaftsdisziplin der Semiotik (altgr. σημεῖον sēmeĩon „Zeichen“, „Signal“) befasst sich mit Zeichensystemen im allgemeinen  (zum Beispiel Bilderschrift, Gestik, Formeln, Sprache, Verkehrszeichen). Die Semidiotik ist dem sehr ähnlich und mindestens genauso ernst zu nehmen!

Und tatsächlich: Semidiotisch betrachtet offenbart sich im alten Werk Dantes ein Detail, welches an Genialität und Schöpfungseifer der Mathematik der alten Ägypter in nichts nachsteht.

Ist es ein Zufall, oder eine geheime Botschaft, die Dante vor hunderten Jahren in seinem Werk versteckte? Diese Gleichverteilung über 3 Bücher mit 100 Kapiteln und mehr als 500000 Zeichen. Atemberaubend!

Hölle (Canto I-XXXIV)  Fegefeuer (Canto I-XXXIII) Paradies (Canto I-XXXIII)

Quellen

Datensatz der Analyse

Wikipedia: Dantes Göttliche Komödie
Text bei Projekt Gutenberg
Inferno von Dan Brown

Kurzes UPDATE zu offenen Daten in Deutschland..

lobbyliste

.. nur weil es mich gerade schon wieder ein bisschen aufregt..
In den USA gibt es das schon seit 1995 ein öffentliches und sehr detailliertes Lobbyregister (ein Beispiel aus Chicago) .

In Deutschland streiten sich alle, ob wir sowas auch wollen. Die Folge: Wir haben so etwas natürlich nicht.

Ein erster Schritt ist die freiwillige Registrierung von Interessenverbänden beim deutschen Bundestag.

Nun frag ich mich aber, wie auch schon in diesem Artikel:
Warum um alles in der Welt werden diese Informationen als aufwändig (also wohl automatisch) verlinktes PDF in völlig kaputter Formatierung zum Download bereitgestellt? Die Daten sind doch sicher irgendwo erfasst und könnten eigentlich auch in „maschinenlesbarer Form“ angeboten werden? Oder!?

lobbyliste
Näheres zum Thema Lobbyregister in Deutschland auch bei LobbyControl

Kurzer Exkurs zu Open Data in Deutschland

Delikte

Offene Daten gibt’s inzwischen viele.

Im Rahmen der Open-Gouvernement-Initiativen der Regierung (z.B. offenedaten.de , deutschland-api.de, bundestagger.de, opendata.service-bw.de, etc.), der EU (z.B. open-data.europa.eu) und anderer öffentlicher Einrichtungen sind tausende Datensätze zu ebenso vielen Themenbereichen zu finden.

Was stört ist die Form der Veröffentlichung. Schon nach kurzer Recherche fällt auf, dass viele der Daten, die auf den Portalen veröffentlicht werden, in einem kläglichen Zustand und zudem meist alles nur nicht aktuell sind. Continue reading